Geschichte der Grande École
"Die große Stadtschule in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße (früher Nauener Straße 45) war die letzte Schulneugründung Friedrich Wilhelm I. in Potsdam; seine Initialen "FWRB" (Fridericus Wilhelmus Rex Borussiae) in vergoldeten Kupfer zieren den Balkon des Gebäudes. Der attraktive Barockbau, der in seinem Auftrag errichtet wurde, ist das älteste erhaltene Schulgebäude Potsdams. Als Architekt wird in der Literatur meist Peter v. Gayette, manchmal auch Philipp Gerlach genannt.
Die neue Anstalt sollte sich gegenüber der alten Stadtschule am Alten Markt durch ein deutlich höheres Niveau auszeichnen. Es war beabsichtigt sie bald in den Rang einer "gelehrten Schule" (Gymnasium) zu erheben, die den Kindern aus den oberen Schichten der Stadtbevölkerung eine anerkannte Vorbereitung auf das Universitätsstudium bot. In Berlin gab es bereits mehrere solcher Einrichtungen.
Die Einweihung der Schule im August 1739 war ein Stadtereignis von hohem Rang. Samuel Gerlach, der die Schule von 1744 bis 1784 leitete und sich zugleich als Stadtgeschichtsschreiber Verdienste erwarb, berichtete darüber: " der selige Inspector C.H. Schultze invirtierte dazu in einer teutschen Einladungsschrift, welche von der Notwendigkeit der Schulen handelte, wie solche die Durchlauchtigen Regenten von dem Brandenburgischen Hause eingestehen. Es fanden sich außer einer gewaltigen Menge anderer Leute auch die Herren Staabs- und andere Offiziers von dem damaligen Königl. Großen Grenadier-Regiment, die sämtliche Herren des Raths und alle Prediger ein." Zunächst sprach der Schulinspector, Oberprediger C. Z. Schultze. Dann hielt G. C. Nachtigall "als erster Rector eine teutsche Rede von den höchstrühmlichen Bemühungen des Brandenburgischen Hauses um die Aufnahme der Gelehrsamkeit. Nach diesen ließen sich auch einige Scholaren in kurtzen Reden hören und ward der gantze Actus mit einer schönen Musick unter Trompeten und Paukenschall beschloßen." Auch die Vorträge der 12 Schüler (in deutscher, lateinischer und französischer Sprache gehalten) beinhalteten vor allem ein Loblied auf die Verdienste der Hohenzollern zur Entwicklung des Bildungswesens. Die Amtseinführung des Rektors und Konrektors erfolgte durch den Kriegs- und Finanzrat Heydenreich, "und die Hoffnung, eine große Schule zu bekommen, war mehr als groß" ( alle Zitate Gerlach 1883, S. 248).
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